Infoblatt 02/2019: Topthema

Produkte aus Pflanzen bei Verbrauchern weitgehend unbekannt

Im Rahmen des europäischen Projekts BIO-FOREVER wurden Konsumenten zu einer bio-basierten Wirtschaft befragt.

Die Ergebnisse der Befragung liefern nicht nur Hinweise auf den Kenntnisstand privater Konsumenten, sondern lassen sich auch auf den öffentlichen Konsum übertragen. Befragungen, die im Auftrag der FNR über die Uni Würzburg durchgeführt wurden, offenbaren ebenfalls deutliche Informationsdefizite, wenn es konkret um pflanzenbasierte Produktalternativen geht, obwohl grundsätzlich die Notwendigkeit gesehen wird, die nachhaltige Beschaffung voranzutreiben.

Zusammenfassend werden für den Einkauf pflanzenbasierter Produkte scheinbar einfache Erklärungen, glaubhafte Umweltzeichen und verbindliche Vorgaben gewünscht.

Von der Pflanze zum Produkt – Bei Bürobedarf gibt es zu 75 % pflanzenbasierte Alternativen. Quelle: FNR/Missalla-Steinmann
Von der Pflanze zum Produkt – Bei Bürobedarf gibt es zu 75 % pflanzenbasierte Alternativen. Quelle: FNR/Missalla-Steinmann

Beispiele

"Woraus bestehen Kunststoffe?"

Wenn es um Kunststoffe geht, dachten die Befragten vor allem an negative Aspekte, aber fast niemandem war bewusst, dass sie aus Rohöl hergestellt werden. (…) Das vermeintliche Hauptproblem war, dass Kunststoffe sich nicht biologisch abbauen: „Das Problem mit Kunststoff ist das Recycling, es ist nicht biologisch abbaubar“. „Kunststoff ist der Grund, warum viele Tiere im Meer sterben“. Die Befragten waren sehr überrascht zu erfahren, dass Kunststoffe tatsächlich aus Pflanzen hergestellt werden können. (…)

Einfaches Denken: Pflanzenmerkmale werden auf das Produkt projiziert – Chemie ist „giftige Magie“

Ein weiteres interessantes Ergebnis ist, dass (…) die Umwandlung von flüssigem Mineralöl in festen Kunststoff wie ein Wunder wirkt. (…) Holz ist hart, widerstandsfähig und langlebig; entsprechend sollte es nur zur Herstellung von harten, widerstandsfähigen und langlebigen Produkten verwendet werden.

Holz wird als sehr wertvoller Rohstoff wahrgenommen, so dass die Nutzung als Verpackung oder Einwegprodukt als Verschwendung angesehen wird und das Töten des Waldes für diese Verwertung noch schlimmer erscheint als die Verwendung von Mineralöl. Abholzung wird als ein großes Problem unserer Zeit angesehen, das es zu verhindern gilt. (…) „Der Wald ist die Lunge der Erde und Lebensraum für Tiere und muss geschützt werden“. Es bestand auch die Sorge, den (geliebten) Wald als Ausflugsziel und Ort der Entspannung und des Nachdenkens zu verlieren. (…)

Niemand versteht „biobasiert“ und alle pflanzlichen Produkte können biologisch abgebaut werden
Produkte aus Pflanzen sind für den Verbraucher automatisch auch biologisch abbaubar. Das bedeutet: Es wird biologisch abgebaut, wenn man es auf den Kompost oder in den Wald wirft. Also: „Alles, was aus Pflanzen hergestellt wird, ist umweltfreundlich“. Der Begriff „Bio“ ist mit „organisch“ verbunden, im Gegensatz zu „biobasiert“, das nicht verstanden oder missverstanden wurde. Den Begriff „pflanzenbasiert“ jedoch verstanden die Verbraucher.

Die Verbraucher wollen von der Politik aufgeklärt werden.

Die Verbraucher fühlen sich überfordert, nicht kompetent und nicht verantwortlich für die Beurteilung, welche Materialien gut oder schlecht sind. Die Befragten wollten ein einfaches, offizielles und vertrauenswürdiges Etikett, das ihnen hilft, die guten Materialien zu identifizieren. Dieses Ergebnis stellt die zahlreichen laufenden Projekte zur Sensibilisierung der Verbraucher in Frage. Vielleicht wäre die Entwicklung eines geeigneten Kennzeichnungssystems hilfreicher.“ (…)

„Die Fragen wurden in Zusammenarbeit zwischen „september Strategie & Forschung“ (Köln) und dem nova-Institut (Hürth) untersucht.“

Quelle: http://news.bio-based.eu/tiefenpsychologische- marktforschung-kommt-zu-ueberraschenden-erkenntnissen-ueber-die-haltung-von-verbrauchern-zu-bio-basierten-produkten/

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