Infoblatt 02/2019: Editorial

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

nachhaltige, innovative und pflanzenbasierte Produkte haben es auf dem Markt und bei den (öffentlichen) Konsumenten (noch) nicht immer leicht. Sie sind oftmals erklärungsbedürftig und passen nicht in unsere gewohnten Einkaufsmuster – egal ob im öffentlichen oder privaten Konsum. Das gilt auch für pflanzenbasierte Produkte, die konventionelle und erdölbasierte Produkte ersetzen und damit u. a. wertvolle begrenzte fossile Rohstoffe und die Umwelt schonen können.

Aktuell legt eine europaweite tiefenpsychologische Verbraucherbefragung unter Beteiligung des Nova-Instituts den Finger in die Wunde und fragt gezielt nach der Bedeutung pflanzenbasierter Produkte für den (umweltfreundlichen) Konsum. Danach wird mit Kunststoffen zwar die Meeresverschmutzung, nicht aber der Verbrauch von Erdöl verbunden. Das Wort „biobasiert“ wird mit biologisch abbaubar gleichgesetzt. Der Verbraucher ist folglich alles andere als informiert, er fühlt sich überfordert. Deswegen fordert er von der Politik klare Vorgaben und glaubhafte Gütezeichen, die ihm die Entscheidung abnehmen.

Ergänzend bestätigt eine Studie des Thünen-Instituts die mangelnde Bereitschaft von Konsumenten, für nachhaltige Produkte höhere Preise zu bezahlen. Weitere Informationen: www.thuenen.de/media/publikationen/ thuenen- workingpaper/ThuenenWorkingPaper_115.pdf

Diese Aspekte sind auf den öffentlichen Einkauf übertragbar. Markterkundung und Marktwissen sind für eine Umstellung der Einkaufsgewohnheiten unumgänglich. Wer sich im Detail informieren möchte, dem sei der Best-Practice Dialog im Rahmen der Beschaffungskonferenz am 19. September 2019 in Berlin ans Herz gelegt. Dort beleuchten Anbieter, Zeichengeber und interessiertes Publikum den Markt nachhaltiger Produkte und ihre Gütezeichen, erörtern umweltschonende Herstellungsverfahren und diskutieren die Möglichkeiten eines Einkaufs durch die öffentliche Hand.

Wenn Sie darüber hinaus an diesem Thema interessiert sind, können Sie auch mit uns im Rahmen der „Expertengruppe Biobasierte Produkte“ im Verwaltungs- & Beschaffernetzwerk (VUBN) diskutieren und Information austauschen.Kontakt: www.vubn.de/anmeldung/experten-bio-produkte

Mehr zu diesen und anderen Themen finden Sie in diesem Informationsblatt oder auch über https://beschaffung.fnr.de

Ich wünsche Ihnen viele neue Einsichten bei der Lektüre.

Ihr

Dr.-Ing. Andreas Schütte
Geschäftsführer

Markterkundung sollte Bestandteil von Veranstaltungen mit Fokus auf Beschaffung sein. Quelle: FNR/A. Mergner
Markterkundung sollte Bestandteil von Veranstaltungen mit Fokus auf Beschaffung sein. Quelle: FNR/A. Mergner
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